Auf dieser Seite möchte ich die Gedichte veröffentlichen, die mir helfen, meine Traurigkeit zu verarbeiten.

 

Positives Denken

Bin kurz auf Wolken durchs Leben geeilt
hab' flüchtig bei neuem Glücke verweilt
dachte, mein altes Leben wär' leer
Herzensstunden sollten kommen nun her

war verliebt - zuerst - bis über die Ohren
doch hat sich dieses dann wieder verloren
ersetzt durch Kummer, doch kein Diskutieren
so dass ich letztendlich musste verlieren

beim neu mir erhofften Zukunftstraum
der auflöste sich, wie Wolken, in Schaum
kein Zustand mehr wie im (versprochnen) Paradies
stattdessen nun Stunden voll Bitternis

quält jetzt in meiner Seele auch Schmerz
wird sich erholen doch wieder das Herz
und bald sich nach neuer Freude sehnen
die kommt (garantiert!),
…das brauch' ich nicht zu erwähnen.

***

Sonnenoktobernachmittag

Kaum kann ich's glauben
zwar haben wir Ende Oktober
doch zeigt das Balkonthermometer
über zwanzig Grad

genüsslich
löffle ich einen Becher
magenwohltuenden Joghurt
und lasse meinen Blick schweifen

im Nachbargarten
ein sonnendurchfluteter herbstroter Busch
noch voller Blätter - Augenbalsam
am Himmel
Schleierwolken auf Sauberblau
Schmetterling trifft Wespe

leichter Wind
streichelt mein Gesicht
lässt mich Herzweh
für Glücksmomente
vergessen

fast kommt es mir vor
als wolle das wunderbare Spätherbstwetter
mir helfen
Seelenmüll aufzuräumen
um Platz zu schaffen
… für neue, frische Gedanken.

***

Regen und Tränen

Draußen regnet es
in meinem Inneren
ist mir grade so zumute
als wäre der Regen
extra angestellt worden
damit ich
mitweinen kann

fließt
ihr Tränen
fließt heftig
nässt mir das Gesicht

nur so
wird der Schmerz
in meiner Seele
langsam abklingen

nur so
der Kummer
in meinem Herzen
stetig weichen

Regen
soll gut sein
für die Haut
und Tränen
zur Reinigung von Herzeleid

also
lasse ich die Tränen laufen
… wie sie kommen.

***

Die Antwort weiß nur der Wind

Graues Tuch
hüllt mich ein
keine Seelensonne
wärmt mich

Abschied tut weh
bis tief ins Mark
dieses Mal
nun endgültig
denn ich bin
herzschmerzmüde

brennen die Tränen
auch noch heiß
ist doch in meinem Inneren
Erleichterung
langsam zieht Ruhe ein

denn alle Auseinandersetzungen
Diskussionen
Zerwürfnisse
haben ein Ende

wohin
ist sie verschwunden
unsere so wunderbar
begonnene Begegnung
was hat sie zerstört

haben wir wirklich nicht
zueinander gepasst
oder zu schnell aufgehört
uns aneinander zu gewöhnen
um den Kampf
für eine gemeinsame Zukunft
zu gewinnen

die Antwort jedoch
weiß nur
… der Wind!

***

Sonne und Tränen

Sonne scheint mir ins Gesicht
so sieht man meine Tränen nicht
die in meinen Augen steh'n
Kummer kann man heut' drin seh'n

Abschied ist ein starkes Schwert
doch sind Erinn'rungen es wert
sich mit ihnen zu befassen
damit ich eines Tags gelassen

kann wieder hell die Sonne sehen
frohgemut durchs Leben gehen
schmerzt frische Trauer auch noch sehr
kommen bessre Stunden her

abgestellt erst mal das Weinen
denn ich möchte wirklich meinen
das Leben steht mir weiter offen
will auf neuen Antrieb hoffen.

***

Warum nur?

Mein Verstand sagt
es ist richtig so
doch warum
tut es dann so verdammt weh

ich habe viel gelitten
will nicht noch mehr leiden
doch warum
ist der Schmerz dann so groß

Menschen
die es gut mit mir meinen
sagen, es wird alles gut
die Zeit heilt alle Wunden
doch warum
fühlt sich mein Herz dann
schwer wie ein Stein an

du sagst
du willst diese Entscheidung
doch warum
leidet meine Seele dann
solche Qualen

warum nur
setzte ich mein Herz
nicht über den Verstand
als sie noch himmelhochjauchzend war
… die neue Beziehung?

***

Ein zaghaftes Lächeln

Trübe Gedanken
ließen mich unruhig schlafen
Träume
wuselten durch meinen Schlummer
zu früh wachte ich auf
eigentlich
noch nicht bereit für den neuen Tag

doch hatte mir jemand per Mail
einen Engel geschickt
in Form eines wunderschönen
Trostgedichtes
auch erreichten mich telefonisch
erste, liebe Morgenworte

nagt der Schmerz
auch weiterhin an mir
spüre ich doch
wie sich die Wunde
langsam schließt
Schorf sie schützt

ich weiß
wenn ich nicht dran kratze
kann sie abheilen
zwar wird es eine Narbe geben
doch ist es nur eine mehr
denn das Leben bringt nun mal
Seelenschrammen

doch lösen die positiven Zuwendungen
ein zaghaftes Lächeln in mir aus
und ich wünsche mir
es möge mich
auf meinem heutigen Weg begleiten
… den ganzen Tag.

***

Die Tage werden heller

Schmerzen
Herz und Magen
auch weiterhin
und bin ich auch erneut
nach schlechtem Schlaf
mit Kopfweh aufgewacht

weiß ich doch
meine Tage werden
langsam
wieder heller

komme ich auch noch nicht
mit Volldampf voran
so blicke ich trotzdem
mutig
nach vorne

denn nicht nur
die Sonne
scheint heute herrlich
und der Strahleblauhimmel
paart sich mit fantastischen Herbstfarben

sondern
ich habe bereits
wunderbare Geschenke
bekommen

ein liebes, langes Telefonat
mehrere Mailnachrichten
mit schönen Texten
Hoffnungsbildern
Aufmunterungsworten

allesamt
Trostpflaster
für meine wunde Seele
... ich danke Euch allen!

***

 

Immer wieder

… wenn ich zurückdenke
an UNS
frage ich mich
warum

warum
diese abrupte Trennung
kein weiteres Wort
der Erklärung

warum jetzt
dieses Herzeleid
dieser Seelenschmerz
dieses Magendrücken

du hast
deine Gründe
hast für dich
die Entscheidung getroffen

ich wünsche dir
nichts Schlechtes
sondern magst du
klar kommen

und trotzdem
bleibt da
dieses
… Warum.



Schluss!

Nein,
weinen werde ich nicht
auch wenn der nun endgültige Abschied
verdammt schmerzt

zu viele Tränen
habe ich in letzter Zeit vergossen
auch deinetwegen

nein,
weinen werde ich nicht
auch wenn mir
der Boden unter den Füßen entzogen wird

nein,
weinen werde ich nicht
auch wenn ich mich erinnere
dass ich die große Liebe deines Lebens
gewesen sein soll
wir unser Restleben
miteinander teilen wollten

nein,
weinen werde ich nicht
auch wenn im Radio
Lieder gespielt werden
die uns verbanden

sollten dennoch Tränen
meine Augen nässen
werde ich versuchen
zu lächeln

denn ich weiß
auch diesen Schmerz
werde ich aushalten (müssen)
wie ich schon vieles im Leben
verkraftet habe

hoffentlich
bewahrheitet sich
der Spruch
"Zeit heilt alle Wunden"
und dieses
wünsche ich zum Schluss
… auch dir!


***

Ich hatte mal einen Traum...

Nein,
richtig muss es heißen
WIR hatten mal einen Traum

den wir gemeinsam träumten
von einem Leben im Alter
in Liebe
wie sie nur selten geschieht

wir dachten
dass wir uns trafen
sei Schicksal
das nur wenigen zuteil wird

wir wollten
es sorgfältig hüten
dieses kostbare Geschenk

war dieser Traum
nur eine Seifenblase
die nun zerplatzt ist

du hast Adieu gesagt
zu mir
zu unserem Traum
einer gemeinsamen Zukunft

nun traue ich mich fast nicht mehr
schlafen zu gehen
aus Angst davor
…. zu träumen.

***

Himmel, hilf!

Ich wünsche mir Regen
der sich mit meinen Tränen mischt
damit ich meinen Herzschmerz
betrauern kann

ich wünsche mir Schneeflocken
um die Hitze meiner gequälten Seele
abkühlen zu können
damit sie zur Ruhe kommt

ich wünsche mir Wind
der meinen Kopf klar pustet
um neuen, frischen Gedanken
Platz zu machen

und danach
wünsche ich mir Sonnenstrahlen
für mein Inneres
um die Tränen zu trocknen
meine Seele zu beruhigen
Gedanken klar zu erkennen
und damit mein Herz sich erholen kann

denn ich weiß
das Leben
schenkt neue Chancen
… immer wieder.

***

Wie ein Stückchen Sterben

Wie geht's mir heut', ach, frage nicht
schau mir lieber ins Gesicht
blass nach schlecht verbrachter Nacht
hab zu wenig auch gelacht

wonach mir nicht zumute ist
Schmerz an meiner Seele frisst
Tränen schnür'n die Kehle zu
Inn'res findet keine Ruh'

schlafen möcht' ich stundenlang
doch ist vorm Liegen mir ganz bang
denn auch Träume kommen wieder
sie singen keine Liebeslieder

Abschied ist ein Stückchen Sterben
lässt Seele fast zu Leder gerben
du funktionierst zum Überleben
es scheint kein Zukunftslicht zu geben

Wunden heilen durch die Zeit
auch Hoffnung steht gewiss bereit
doch muss Kummer erst mal weichen
Zuversicht mein Herz erreichen

und dennoch wird es weitergeh'n
werd' irgendwann die Sonne seh'n
die wunderbar vom Himmel scheint
auch wenn's in Herz und Seele weint.

 

Foto und Texte: © Karin Ernst