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Auf der Pirsch ** Abendgedanken** Heute, nach meinem üblichen Eiscafebesuch, nehme ich mir etwas Besonderes vor. Ob's gelingt, weiß ich natürlich nicht. Ich habe meine Digitalkamera mitgenommen, weil ich mich schon manches Mal geärgert habe, wenn ich sie nicht dabei hatte. Motive können sich immer mal ergeben. Draußen ist es heiß, leicht schwül, nicht unbedingt angenehm, wenn frau nachts schlecht geschlafen hat, noch die Nachwirkungen starker Tropfen spürt. Doch Schwitzen ist vielleicht ganz gut geeignet, die Chemie aus dem Körper zu entfernen. Also mache ich mich auf den Weg. Besser gesagt: Auf die Pirsch. Nein, ich möchte keinen Hirsch erlegen, auch nicht in den Wald gehen. Würde ich gerne, doch leider fährt dorthin kein Bus. Spazieren gehen möchte ich jedoch sehr wohl. Ich habe mir vorgenommen, in der näheren Umgebung ein paar Straßen abzulaufen und die Augen offen zu halten, um ein paar -hoffentlich schöne- Fotos zu machen. Für meine Homepage zum Beispiel kann ich ganz gut neue Motive gebrauchen. Ist es auch für mich nicht ganz leicht zu fotografieren, weil ich kein Stativ besitze, so fällt mir doch an mancher Stelle etwas ein. Vor einem Haus gibt es einen Zaun, an anderer Stelle eine Mauer, und zur Not genügt sogar meine Gehstütze, um die Kamera darauf zu stellen. So dass nicht alle Bilder verwackeln. Das ist meine eigene Idee, und sie funktioniert. Viele Blumen sind bereits verblüht, die Hitze der letzten Tage und heftiger Regen haben den Blüten zugesetzt. Doch da ich langsam und, wie ich es nenne, "sehend" durch die Gegend marschiere, finde ich einige schöne Objekte. Ich knipse drauf los, was die Kamera hergibt. Eifrig gehe ich durch mehrere Straßen, bis ich langsam doch spüre, dass ich erschöpft bin. Puh, die Bushaltestelle ist noch ein Stück entfernt. Doch hilft alles nichts, und die Vorfreude auf meine Schnappschussausbeute lässt mich frohgemut nach Hause fahren. Zuerst ein Glas Wasser trinken. Als ich auf die Uhr schaue, wundere ich mich nicht, dass ich so durstig bin. Fast eine Stunde bin ich rumgelaufen. Nun schließe ich die Kamera an den Computer an, lade die Bilder hoch und warte gespannt. Ich staune, denn tatsächlich habe ich 32 Fotos geschossen. Nun ja, rufe ich mich selbst zur Ordnung. Wenn ein Drittel davon brauchbar ist, kann ich ganz zufrieden sein. Der Computer arbeitet viel zu langsam, denn ich bin neugierig. Als alle Bilder geladen sind, klicke ich das erste an. Fantastisch!! Ich freue mich über die Qualität und klicke weiter, bis alle im richtigen Ordner gespeichert sind. Am Schluss kann ich immerhin ein Ergebnis von 17 einwandfreien Fotos vorweisen. Fast 50 Prozent - gar nicht mal so schlecht. Wenn auch von herrlichen Malven die Blütenaufnahmen leider verwackelt sind. Schade, doch ich bin trotzdem zufrieden. Und wenn mich heute auch zwischendurch immer wieder Melancholie im Griff hat, hat mich diese besondere Unternehmung doch abgelenkt und Freude geschenkt. Und schaut selbst: Das Foto über diesem Text ist doch gelungen, oder? *** Nachsatz: Als ich meine Mailbox öffne, finde ich die Mail einer lang vermissten Mailfreundin vor. Sie sitzt nicht mehr so oft am Computer, weil sie einen kleinen Mitbewohner bekommen hat: Einen Hundewelpen. Heute ist anscheinend Tag der Fotos. Denn in der Mailanlage finde ich einige niedliche Bilder ihres kleinen Hundes. Seht ihn Euch an, hier am Schluss des Textes. Ist er nicht goldig? Er heißt übrigens Mephisto. War mein Tag heute auch wieder mit Traurigkeit durchsetzt, so hab ich mir doch selbst ein Stückchen weit vorwärts geholfen. Und ein bisschen Freude bekam ich noch geschenkt
(05.07.2008)
Nachtrag: Spät am Abend erhielt ich eine weitere Freude. Eine andere Mailfreundin, die Mail-Briefpapier bastelt, hat mir ein eigenes Briefpapier erstellt. Und zwar aus dem Foto oben auf dieser Seite. Hinterlegt mit Panflötenmusik - wunderschön. Diese Mail kann ich nun verwenden, um sie an alle Mailkontakte zu versenden.
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