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Der nette Busfahrer "Verdammt" schimpfe ich, als ich aus der Haustür trete und beinah mit meiner Gehstütze auf einem nassen Blatt ausrutsche. Ich hole tief Luft und bin froh, dass ich nur ins Stolpern gerate, mich aber noch abfangen kann. Nein, diese Witterung gefällt mir ganz und gar nicht. Heute möchte ich mit dem Bus zur Stadt fahren und taste mich langsam zwischen dem Laub vorwärts zur Haltestelle. Dieses langsame Gehen hat jedoch Vorteile. Nach Morgennebelauflösung zeigt sich zögerlich die Sonne und wirft Schattenmuster zwischen bunte Blätter, die in herrlichen Farben glänzen. Von grün über gelb und orange zu braun sind alle Herbstfarben auf dem Gehsteig zu finden. Der Bus kommt um die Ecke. Ich beeile mich nicht, weil ich aus Erfahrung weiß, dass der Busfahrer nicht halten wird. Doch weit gefehlt! Dieser ist anders. Viele Fahrgäste steigen ein, dennoch wartet er danach auf mich. Als ich vorne einsteige, bittet er einen älteren Herrn, der auf dem ersten Platz sitzt, diesen für mich frei zu machen. "Sie sind doch von der alten Schule, nicht wahr?", fügt er hinzu, und der Mann wechselt mit einer leichten Verbeugung in meine Richtung auf einen der hinteren Plätze. Der Bus fährt los, während der Fahrer sofort ein lockeres Gespräch anfängt, das er mit leisem Singen einer Operettenmelodie noch untermalt. Ist er auch kein Pavarotti, so vermute ich, dass er vielleicht in einem Chor singt, denn seine Stimme klingt recht angenehm. "Herrliche Sonne, nicht wahr? Womit haben wir das verdient? Haben wir nicht alle unsere Sorgen und Kümmernisse?", fragt er mit einem freundlichen Seitenblick auf mich. "Wie ich sehe, besonders auch Sie. Doch sollten wir nicht alle das Beste draus machen?" Prompt oute ich mich als Schreiberin, die das Leben, ob positiv oder negativ, in Texten verarbeitet. "Dann schreiben Sie heute sicherlich ein schönes Gedicht über die Busfahrer", schlägt er schelmisch vor. "Wir sind doch alle nett, nicht wahr? Wenn manche Kollegen das auch nicht immer zeigen können." Ich verspreche es und freue mich, dass dieser liebenswürdige Mann mir ein paar Minuten Fröhlichkeit geschenkt hat. An meiner Haltestelle angekommen, lässt er sich Zeit, damit ich in Ruhe aussteigen kann und sagt leise: "Niemand sollte einer schönen Frau so weh tun, dass sie so traurig aussieht." Kaum traue ich meinen Ohren, spüre jedoch, wie ich vor Verlegenheit rot werde, so dass ich nicht antworten kann. Er kennt mich nicht. Was also weiß er von mir? Oder kann er in fremde Seelen schauen? Beim Weiterfahren winkt er mir lächelnd zu, und ich lächle herzlich zurück. Ich versichere Euch, wenn es sich auch wie ein Märchen liest, ist es tatsächlich passiert. Und zwar mir. Heute
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