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Die Nacht, als der Regen kam Auch heute legen wir uns nach einem die Dreißiggradmarke überschrittenen Sommertag bei offener Balkontür schlafen. Obwohl wir uns mit sehr leichten Betten zudecken, sind diese noch zu warm. Ich wälze mich von einer Seite auf die andere, schlafe unruhig ein. Ein lautes Donnern unterbricht nächtens irgendwann meinen Schlaf. Erschrocken setze ich mich auf, als ein starker Blitz das Zimmer erhellt. Heftiges Gewitter bringt endlich den heiß ersehnten Regen. Ich schaue ein wenig dem Himmelsschauspiel zu, atme tief ein und begebe mich dann erneut ins Bett. Lächelnd schlafe ich sofort wieder ein. Morgens regnet es weiter. Leichter Regen fällt schnurgerade aus dicken Wolken. Kein Wind geht, und Dunst breitet sich schwer auf Büschen und Bäumen aus. Obwohl es sich erheblich abgekühlt hat, zeigt das Thermometer bereits 20 Grad. Schwüle ist vorprogrammiert. Dennoch freue ich mich über die Erfrischung, kann wieder durchatmen. Die Trockenheit und Hitze der letzten Tage sind verschwunden, das Grün des Rasens und alle Pflanzen haben eine satte Farbe angenommen. Trägt der Himmel nun auch Grau statt Sommersonnenblau, bin ich doch froh über diese Schwitzpause, weiß, ich kann meine Wege heute nicht schwerlastig, sondern leicht und frohgemut gehen. Nach unserem gemeinsamen Frühstück, als du bereits auf dem Weg zur Arbeit bist, gönne ich mir eine Pause auf dem Balkon, beobachte die Vögel, die fröhlich über den nassen Rasen hüpfen. Bestimmt hat das Klopfen der Regentropfen auf den Boden viele Würmchen nach oben gelockt, Futter für das Vogelvolk. Zufrieden genieße ich die Luftreinheit, nehme tiefe Lungenzüge, um meine Bronchien zu besänftigen, die unter dem erhöhten Smog der letzten Tage gelitten haben. Erholt am ganzen Körper mache ich mich an mein Tagwerk. Ich lächle, wenn ich mir vorstelle, dass es heute gewiss Menschen gibt, die darüber meckern, dass es "immer nur regnet". Ich weiß, dass ich ihn mag, den Tag, der auf die Nacht folgte, als der Regen kam, heiß erfleht
(29. Juni 2005) |