Erfreuliche Veränderung

Heute ist irgendetwas anders. Ich kann's nicht genau erklären. An mir, in mir - irgendwie fühle ich eine Veränderung.

Nachdem ich verhältnismäßig gut geschlafen habe, stehe ich morgens wie immer auf, spüre bewusst noch nichts. Im Laufe des Vormittags aber. Kann das Gefühl immer noch nicht richtig deuten.

Mir geht es sehr gut! Diesen Zustand schiebe ich allerdings auf die Abkühlung zurück, die endlich eingetroffen ist. Nur noch zwanzig Grad, dazu erfrischender Wind. Das kann ich besser aushalten als die häufig über dreißig Grad der letzten Tage. Meinen Bronchien tut die Wetterveränderung besonders gut, auch bin ich kopfwehfrei.

Und doch muss da noch was sein …

Nachdem meine Putzhilfe fertig ist, mache ich mich auf den Weg. Ich möchte kurz in die Stadt fahren. Ohne genaues Ziel. Evtl. einen neuen Bioladen ansehen, von dem mir vorgeschwärmt wurde oder in meinem Buchladen stöbern, der sich auf der gleichen Straße befindet.

Als ich zur Haltestelle gehe, merke ich, w a s anders ist. Beim Gehen habe ich nicht so starke Schmerzen wie sonst.

Ich überlege, was dieses ausgelöst haben könnte, lächle gleichzeitig erfreut. Dann fällt es mir ein.

Meine Krankengymnastin, die neben ihrer klassischen Ausbildung eine Zusatzausbildung in Osteopathie macht, hat sich, ganz anders als sonst, mit meinem Ischiasproblem befasst. Ich habe erfahren, dass Rücken und Darm zusammengehören, wie alles am Körper, was mich erstaunte, mir aber während der Behandlung und der dazugehörigen Unterhaltung klar wurde. Der Körper ist eine Einheit.

Direkt nach der Behandlung fühlte ich mich gut, bemerkte aber weder eine Verbesserung, noch gab ich mich der großen Hoffnung hin, dass diese eintreten würde.

Und nun, einen Tag danach, spüre ich sie. Eine leichte Schmerzverbesserung, die mich sehr zufrieden macht. Seit vielen Jahren lebe ich mit Dauerschmerzen.

Nur wer Schmerzen kennt, wird sich ausmalen können, was ich heute erlebe.

In einem starken Freudenaugenblick erkenne ich, dass es doch eine Besserung meiner Beschwerden geben kann!

Und sei es nur für Stunden, einen Tag oder wie lange dieser außergewöhnliche Zustand andauern mag!

Danke, Dani!



(19. Juli 2005)
© Karin Ernst