Ich frag' mich manchmal, wer ich bin
frag nach dem Sein und nach dem Sinn
was war als Chance für mich gedacht
und was hab ich daraus gemacht

bin ich zufrieden, wie es ist
oder hab ich was vermisst
trag froh gestreckt ich meinen Kopf
oder zieh ich oft am Schopf

aus einem Tief mich wieder raus
ist das Leben mir ein Graus
oder seh ich auch die Sonne
das Grün, die Farben, Frühlingswonne

ein klares Ja! kann ich Euch geben
denn ich habe Lust am Leben
nicht jeden Tag, das geb' ich zu
möcht' ich jubeln gleich im Nu

wenn ich des Morgens aufsteh'n muss
doch weckt mich erst ein zarter Kuss
weiß ich, dieser Tag wird Mein
mag es regnen, mag es schnei'n

trägt der Himmel aber Blau
weiß an dem Tag ich ganz genau
dass alles fröhlich wird gelingen
was der Alltag mir mag bringen

ich hadre nicht mit meinen Schmerzen
trag meist Zufriedenheit im Herzen
sehn' mich nicht in weite Fernen
will auch nicht greifen nach den Sternen

Grau trägt meine Seele selten
und wenn, dann lasse ich es gelten
die Tränen müssen dann wohl sein
danach geht es mir wieder fein

die Augen wische ich mir trocken
Neugier kann erneut mich locken
was das Schicksal hält bereit
für mich noch eine (hoffentlich) lange Zeit.


© Karin Ernst