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Cornelia spielt
vor dem Haus, während sie auf ihre Mutter wartet. Beide wollen zusammen
zum Krankenhaus fahren.
"Mama, kommst du jetzt endlich?", ruft das Mädchen ihrer
schwangeren Mutter zu.
"Ich bin gleich da", ruft diese zurück, "ich habe
nur den Hausschlüssel gesucht."
Schwerfällig kommt sie zum Auto. Als beide angeschnallt sind, fahren
sie los.
Eigentlich sollte das Baby schon da sein, deshalb müssen sie zum
Krankenhaus. Die Mutter soll untersucht werden, ob alles in Ordnung ist.
"Wenn ich bei dem Doktor im Behandlungszimmer bin", sagt die
Mutter zu Cornelia, "bleibst du bitte im Warteraum. Es wird nicht
lange dauern."
"Ich war schon einmal mit, weißt du noch, Mama? Da haben sie
etwas mit Schall gemacht. Ich habe vergessen, wie das heißt."
Ihre Mutter lacht. "Du meinst Ultraschall", sagt sie. "Davon
habe ich doch das kleine Foto in meiner Handtasche, worauf dein Schwesterchen
zu sehen ist."
Cornelia erinnert sich, dass die Mutter ihr das Bild gezeigt hat. Aber
ein richtiges Foto ist das für sie nicht. Doch sie weiß, dass
das Baby auch ein Mädchen ist. Dann kann sie später immer mit
ihr spielen. Sie freut sich schon riesig darauf.
"Hoffentlich kommt Linda jetzt bald", erzählt sie der Mutter.
Die ganze Familie hat sich auf diesen Namen geeinigt.
Im Krankenhaus angekommen, fahren Mutter und Kind mit dem Fahrstuhl in
die dritte Etage. Cornelia mag Fahrstuhlfahren. Sie darf auch auf den
Knopf drücken, der anzeigt, zu welcher Etage sie fahren. Oben angekommen,
meldet sich ihre Mutter bei einer Krankenschwester. Danach bringt sie
Cornelia in das Wartezimmer.
"Tob nicht zu viel herum und störe die anderen Leute nicht",
bittet sie ihre Tochter. "Du hast doch dein Bilderbuch mitgenommen?",
fragt sie. "Sieh es dir an. Ich bin bald zurück."
"Jaha, Mama, du hast doch gesehen, dass ich es eingepackt habe",
antwortet das Töchterchen lahm. Immer dieses Nachfragen.
Die Mutter geht langsam zum Behandlungsraum und Cornelia schaut aus dem
Fenster. Kein Mensch außer ihr ist hier. Viel zu sehen gibt es nicht
und das Buch, welches sie mitgenommen hat, kennt sie auswendig. Sie hat
Langeweile. Auf einem Baum vor dem Fenster beobachtet sie gerade ein kleines
Vögelchen, als sie hinter sich ein Geräusch hört. Cornelia
dreht sich vom Fenster weg und sieht sich nach dem Geräusch um.
Eine Frau kommt und schiebt ein eigenartiges Gerät auf Rädern
vor sich her. An einer hohen Stange hängt eine durchsichtige Flasche,
von der aus ein dünner Schlauch zum Arm der Frau läuft. Fasziniert
schaut das Kind erst auf das Wägelchen, dann auf die Frau.
"Hallo", sagt die Frau und Cornelia antwortet auch mit einem
"Hallo".
Die Frau hat einen dicken Bauch. Wie ihre Mama. Sicher bekommt sie auch
ein Baby.
"Wie heißt du denn, mein Kind?", wird sie nun mit leiser
Stimme gefragt.
"Cornelia", antwortet sie.
"Das ist aber ein hübscher Name", erwidert die Frau.
"Und wie heißt du?", fragt nun Cornelia.
Die Frau lacht und sagt: "Mein Name ist Anna Meier. Aber du darfst
ruhig Anna sagen."
Da platzt es aus Cornelia heraus: "Anna, sag, kriegst du auch ein
Baby?"
Erschrocken hält sie sich die Hand vor den Mund, denn sie soll nicht
immer so vorlaut sein. Vor allen Dingen sieht sie jetzt deutlich das Gesicht
von Anna und wundert sich. Anna hat zwar einen sehr dicken Bauch, aber
das Gesicht ist schon so alt wie bei Cornelias Oma.
Nun antwortet die Frau: "Das wäre sehr schön, Cornelia,
wenn in meinem Bauch ein Baby wäre. Aber dafür bin ich zu alt.
Ich habe schon ein Enkelkind, das ungefähr so alt ist wie du."
Cornelia ist das Enkelkind ihrer Oma, darum weiß sie, was ein Enkel
ist. Sie kann es sich nicht verkneifen, Annas Bauch anzustarren.
"Weißt du", erzählt diese nun weiter und vorsichtig
wählt sie ihre Worte, "in meinem Bauch ist etwas krank. Weil
das so ist, wächst es. Deshalb habe ich diesen dicken Bauch."
Erschrocken schaut Cornelia wieder auf Annas Bauch. "Tut es sehr
weh?" An Bauchweh kann sie sich gut erinnern. Als sie einmal zu viel
Schokolade gegessen hatte, litt sie drei Tage lang unter Bauchschmerzen.
"Es tut weh, aber nicht sehr", antwortet Anna. "Ich bekomme
Medikamente." Anna zeigt auf das Gerät, an dem die Flasche hängt.
"Das ist eine Infusion, so nennt man die. In der Flasche ist eine
Medizin, die meinen Bauch wieder dünner machen soll", erklärt
sie Cornelia.
Die schaut sich das Wägelchen, an dem die Flasche hängt, jetzt
genau an. "Wohin geht denn der Schlauch?", fragt sie Anna und
verfolgt dessen Weg.
Anna schiebt den Ärmel ihres Bademantels hoch und zeigt, dass eine
kleine Nadel in ihrem Arm steckt. "Siehst du, die Medizin läuft
direkt durch die Vene in mein Blut. Von dort geht sie in meinen Bauch."
Cornelia findet es schlimm, dass eine Nadel in Annas Arm steckt. Dann
erinnert sie sich an etwas. "Eine Spritze habe ich auch schon ein
paar Mal bekommen", erzählt sie. "Da bin ich geimpft worden."
Beide schweigen jetzt. Man sieht Cornelia an, dass sie nachdenkt.
"Auf wen wartest du hier?", unterbricht Anna das Schweigen.
"Auf meine Mama. Sie ist bei dem Doktor im Zimmer, weil sie ein Baby
bekommt. Ein Mädchen", fügt sie voller Stolz hinzu. "Ich
weiß das schon. Meine Mama hat mir ihr Schallbild gezeigt. So genau
kann ich das aber nicht erkennen."
"Deine Mutter bekommt doch nicht in diesem Moment ihr Baby?",
fragt Anna zurück und lächelt.
"Nein, nein, sie soll nur untersucht werden. Das Baby sollte schon
da sein. Mama sagt aber, es lässt sich Zeit", antwortet Cornelia.
"Habt ihr denn auch schon einen Namen für das Baby?", fragt
Anna.
"Es soll Linda heißen", antwortet Cornelia.
"Das ist aber ein hübscher Name", entgegnet Anna.
"Finde ich auch", sagt Cornelia. "Ich durfte ihn auswählen.
Meine Eltern hatten ganz viele Namen und konnten sich nicht entscheiden."
In diesem Moment kommt Cornelias Mutter zurück. "Hat Cornelia
Sie auch nicht gestört?", fragt sie Anna. "Meine Tochter
redet sehr gerne. Und hat viel Fantasie", fügt sie noch hinzu.
"Nein, nein. Sie ist ein liebes Mädchen, auf das Sie stolz sein
können." Anna lacht und will sich Cornelias Mutter vorstellen.
Doch Cornelia kommt ihr zuvor.
"Das ist Anna, Mama. Sie kriegt aber kein Baby. Ihr Bauch ist nur
krank. Dafür muss sie die Medizin kriegen. Die macht sie dann wieder
gesund." Schnell sprudelt es aus der Kleinen hervor.
Ihre Mutter schaut Anna ein wenig traurig an, diese lächelt zurück.
"Wird schon werden. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich um
eine Operation herum komme", erzählt sie leise Cornelias Mutter.
"Vielleicht treffen wir uns hier noch einmal. Ich werde in den nächsten
Tagen bestimmt wiederkommen", antwortet diese.
Dann verabschieden sich alle voneinander. Anna winkt Mutter und Kind hinterher.
Cornelia winkt heftig zurück, dann stürmt sie voran.
Zwei Tage später wundert sich Cornelia. "Papa, musst du heute
gar nicht zur Arbeit?", fragt sie ihn, als sie morgens in die Küche
kommt. "Und wo ist Mama?" Sie schaut sich um, doch ihre Mutter
ist nicht zu sehen.
"Ich habe Mama heute Nacht ins Krankenhaus gebracht. Unsere Linda
ist nun angekommen", erzählt ihr Vater glücklich. "Du
hast gar nichts gehört? Ich hatte Hanna von nebenan gebeten, dass
sie herüberkommt. Du weißt, wir hatten es vereinbart, falls
Mama während der Nacht ins Krankenhaus muss. Sie ist wieder nach
Hause gegangen, als ich vom Krankenhaus zurück war."
Cornelia staunt. Sie soll eine Schwester haben? Sie kann's noch gar nicht
glauben. Zögernd fragt sie: "Geht's der Mama gut? Und dem Baby?"
Papa lacht und antwortet: "Ja, alles bestens. Beiden geht's sehr
gut. Ein richtiger kleiner Schreihals ist deine Schwester. Aber du kannst
sie nachher selbst sehen. Wir fahren ins Krankenhaus."
Cornelia kann es gar nicht erwarten, bis der Frühstückstisch
abgeräumt ist. Heute beeilt sie sich mit dem Anziehen besonders schnell.
Dann überlegt sie: `Ich will mich heute richtig schick machen. Meine
neue Schwester soll einen guten Eindruck von mir bekommen.` Ihr schönstes
Kleid holt sie aus dem Schrank. Ihre Lackschühchen möchte sie
ebenfalls anziehen, doch die sind nicht sauber. "Ach was, das muss
heute so gehen", murmelt sie. Mit etwas Spucke reibt sie die Schuhe
blank und freut sich über das Ergebnis.
Auch der Vater hat sich herausgeputzt. "Du siehst richtig schick
aus", lobt die Tochter ihn.
"Du bist aber auch eine feine junge Dame, meine Kleine", antwortet
dieser. "Ach nein, meine Große muss ich ja ab jetzt sagen."
Beide lachen. Endlich können Papa und Töchterchen ins Auto steigen.
"Auweia, Papa. Einen Moment noch. Ich habe etwas vergessen",
ruft Cornelia.
Sie flitzt zurück ins Haus. In ihrem Schrank findet sie die kleine
Papiertüte. Als die Oma vor kurzem zu Besuch war, ist sie mit ihr
einkaufen gegangen. Ein winzig-kleines Kuscheltierchen hat Cornelia für
ihr Schwesterchen gekauft. Das möchte sie ihr jetzt mitnehmen.
Im Auto denkt Cornelia nach. Jetzt ist sie also Papas Große. Wie
das Schwesterchen wohl aussieht? Ob sie den ganzen Tag nur brüllt?
Und ob sie im Krankenhaus vielleicht Anna wiedersieht?
In der Klinik angekommen, kann Cornelia gar nicht schnell genug zum Fahrstuhl
eilen. Heute ist es ihr egal, ob sie den Etagenknopf drücken darf.
Sie will zum Baby. Und zur Mama.
Oben angekommen, sagt sie: "Nun trödle doch nicht so, Papa",
und zieht ihn an der Hand hinter sich her.
Sie erreichen das Zimmer, in dem die Mama liegt. Zaghaft klopft Cornelia
an die Tür. Sie möchte das Baby nicht wecken. Als sie vorsichtig
den Raum betritt, stutzt sie. Im letzten Bett am Fenster sieht sie ihre
Mutter. Aber ..., sie schluckt. "Wo ist das Baby?", ruft sie,
hält sich jedoch sofort die Hand vor den Mund. Sicher muss man hier
sehr leise sein.
Cornelia läuft zum Bett der Mutter und umarmt sie ganz doll. Auch
Papa nimmt sie in den Arm.
"Wie geht's dir?", fragen beide gleichzeitig.
"Ach, wunderbar! Seht ihr doch", antwortet sie und strahlt.
Cornelia schaut sie an. "Wo ist denn mein Schwesterchen?", fragt
sie ein wenig ängstlich.
"Warts ab, du wirst sie gleich sehen", erwidert Mama. Sie liegt
im Jogginganzug auf dem Bett und steht nun auf. Cornelia schaut auf Mamas
Bauch. Der ist wieder ganz dünn. Aber sagen möchte sie nichts
dazu. Lieber will sie jetzt endlich zum Baby.
Sie läuft voraus, öffnet die Zimmertür und die Eltern kommen
hinterher. Wo die Babys untergebracht sind, weiß sie. Dann nimmt
sie doch lieber Mamas Hand, denn allein traut sie sich nicht dorthin.
Als sie in der Neugeborenenstation ankommen, schaut Cornelia ganz verdutzt.
"Die Jalousien sind runtergezogen. Wir können gar nichts sehen",
ruft sie enttäuscht.
Mama beruhigt sie: "Wir können klingeln, dann kriegen wir unser
Baby."
Cornelia darf auf die Klingel drücken und eine Krankenschwester kommt
durch eine große Glastür.
"Du bist also die Schwester der kleinen Linda", begrüßt
sie Cornelia. "Na, dann sage ich herzlichen Glückwunsch. Linda
wird sich freuen, eine so große Schwester zu haben", fügt
sie hinzu und Cornelia wird ganz rot, so stolz ist sie.
Mama geht mit der Schwester in die Station hinein. Cornelia wartet mit
Papa vor der Tür. Ganz zappelig ist sie.
"Da! Sie kommen", ruft sie plötzlich und kann es gar nicht
abwarten. Sie bekommt große Augen, als die Mutter mit einem winzigen
Wägelchen durch die Glastür kommt. Wie ein Puppenbett sieht
es aus, mit einem Stoffhimmel darüber.
Langsam wagt Cornelia sich an das Babybettchen heran und schaut hinein.
"Ach, wie allerliebst", ruft sie voller Entzücken. "Wie
klein sie ist!"
Staunend betrachtet sie das kleine Schwesterchen. Sieht man gar Freudentränchen
in ihren Augen?
"Darf ich das Händchen anfassen?", fragt sie die Mama.
"Aber ja", sagt diese lächelnd. "Linda ist nicht zerbrechlich."
Kaum glauben kann es die große Schwester. Das Baby schläft
fest. Zärtlich nimmt sie das Händchen, das sich sofort um einen
Finger Cornelias schließt.
Nun erinnert sich Cornelia an ihr Mitbringsel. Vorsichtig, damit die Tüte
nicht raschelt, wickelt sie das mitgebrachte Kuschelentchen aus und legt
es sachte ins Babybettchen. Die Mama hat dort schon ein kleines Häschen
hingelegt.
"Das ist aber lieb", freuen sich die Eltern.
Auch Cornelia freut sich, dass sie der kleinen Schwester etwas mitgebracht
hat. "Wenn sie größer ist, kann sie damit spielen",
erklärt sie und fragt: "Darf ich das Bettchen schieben?"
Die Eltern erlauben es, und gemeinsam gehen sie zurück in Mamas Zimmer.
Stolz und voller Freude schiebt die große die kleine Schwester.
Am nächsten Tag kommt Cornelia mit ihrem Vater wieder zu Besuch ins
Krankenhaus. Doch bald ist es ihr zu langweilig, immer nur im Zimmer zu
sein. Draußen regnet es, so dass sie nicht in den Krankenhausgarten
gehen können.
"Darf ich Linda auf dem Flur spazieren fahren?", fragt Cornelia.
"Gerne, nur lauf nicht so schnell mit dem Bettchen. Hier sind noch
Kranke", antwortet der Papa und öffnet seiner Tochter die Tür.
Das kleine Bettchen schiebt sie stolz bis zum Wartezimmer. Dort sitzt
Anna. Beide begrüßen sich, und Anna sieht sich Linda an.
"Ach, ist das ein niedliches Baby", sagt sie.
"Das kleine Entchen habe ich ihr geschenkt", erzählt Cornelia,
"und das Häschen ist von der Mama."
Allerliebst liegt die Kleine in ihren Kissen. Beide können sich nicht
satt sehen.
Anna setzt sich auf einen Stuhl. Cornelia hat ein Buch mitgebracht. Das
Kinderbettchen steht zwischen ihnen.
"Ich möchte meiner Schwester vorlesen. Stört dich das?",
fragt Cornelia.
Anna lächelt und antwortet: "Nein, das stört mich ganz
gewiss nicht. Dann gewöhnt sich dein Schwesterchen gleich an deine
Stimme."
Cornelia betrachtet Anna einen Moment aufmerksam und denkt, dass sie heute
müde aussieht. "Geht's dir schon besser?", fragt sie jetzt.
"Vielleicht ein bisschen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf",
erwidert Anna mit leise Stimme.
Cornelia hat ihr Lieblingsbuch mitgebracht. Darin sind Elfen und Engelchen.
Auf einer Seite ist ihr Lieblingsengel abgebildet. Das ist ihr Schutzengel.
Die Oma hat erzählt, dass jeder Mensch einen Schutzengel hat. Feen
kommen in dem Buch auch vor. Lesen kann Cornelia noch nicht, aber das
stört sie nicht. Sie denkt sich die Geschichten selbst aus. Eine
Fee hat sie besonders gern. Diese trägt ein wunderschönes Kleid.
Lila mit silbernen Sternen. Passend dazu einen silbernen Zauberstab.
Linda schläft weiter. Cornelia fängt mit leiser Stimme an, dem
Baby etwas zu erzählen. Gewissenhaft schaut sie dabei in ihr Buch.
Von Elfen und Engelchen erzählt sie. "Und dann, liebe Engelchen,
wünsche ich mir für meine kleine Schwester auch einen Schutzengel.
Sagt bitte im Engelhimmel Bescheid."
Anna blickt verstohlen herüber und freut sich über die Fantasie
des kleinen Mädchens.
"Ihr alle zusammen sollt gut auf Linda aufpassen", erzählt
Cornelia weiter. "Wir wollen sie bald nach Hause holen, der Papa
und ich. Bis dahin soll sie es hier gut haben." Fürsorglich
streicht sie die Zudecke ihrer Schwester glatt und nimmt das Buch wieder
auf.
Anna ist ein wenig eingenickt, jetzt aber wird sie hell wach, denn sie
vernimmt die kleine Mädchenstimme: "Und du, Lieblingsfee. Bitte,
bitte mach doch, dass die Anna wieder gesund wird. Vielleicht kannst du
mit deinem silbernen Zauberstab ihren kranken Bauch wieder dünn zaubern.
Dann braucht sie keine Medizin mehr."
Anna ist so gerührt, als sie diese Worte hört, dass ihr eine
Träne übers Gesicht läuft. Vorsichtig wischt sie diese
weg.
"Ich muss jetzt wieder zurück ins Zimmer", sagt Cornelia
fröhlich. Sie nimmt das Kinderbettchen und schiebt los. "Tschüss,
Anna. Morgen komme ich wieder."
Am nächsten Tag sollen Mutter und Linda entlassen werden. Papa macht
sich nach dem Frühstück mit Cornelia auf den Weg zum Krankenhaus.
Wie sehr freut sie sich, dass ihre Mama nun endlich mit dem Baby nach
Hause kommt. Als sie ins Krankenzimmer kommen, hat Mama schon alles gepackt.
"Wir brauchen jetzt nur noch Linda von der Station abholen, dann
können wir heimfahren", sagt sie.
Gemeinsam gehen sie zur Säuglingsstation und legen Linda vorsichtig
in den mitgebrachten Tragekorb.
Als sie auf dem Weg zum Fahrstuhl am Wartezimmer vorbeikommen, sitzt Anna
dort.
"Darf ich ihr auf Wiedersehen sagen?", fragt Cornelia. Ihre
Mutter begleitet sie.
"Geht es Ihnen ein wenig besser?", fragt sie Anna.
"Sie werden es nicht glauben. Heute hat der Arzt gesagt, er kann
es sich nicht erklären. Seit gestern geht es mir schon viel besser",
antwortet sie. "Ich glaube, es ist ein Wunder geschehen", lächelt
Anna und sieht dabei Cornelia an.
Cornelia lächelt zurück ...
***** E N D E *****
© Karin
Ernst
Bild: ©
Karin Scholles
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