Im Land "Fantasia"

Dieses Land scheint mich zu faszinieren, denn ich beschrieb es hier (Klick!) schon einmal. Allerdings glaube ich, dass viele LeserInnen mein Sehnen verstehen, es zu finden …

Als ich vor einigen Wochen zum Checkup bei unserem Hausarzt war, stellte sich eine leichte Veränderung an meiner Leber heraus. Der Schreck daraufhin fuhr mir tief in die Glieder, und ich überlegte, worauf das Ergebnis beruhte. Nach Meinung des Arztes gab es verschiedene Ursachen, aber erst eine Blutuntersuchung würde die richtige aufzeigen.

Nach zwei Tagen hatte ich ein Ergebnis, und nach einem kurzen Gespräch das Rezept für ein Medikament in der Hand. Mit dem Hinweis: "Bitte lesen Sie den Beipackzettel nicht. Und wenn Sie Nebenwirkungen verspüren, melden Sie sich bitte umgehend", entließ er mich.

Nun hatte er mich neugierig gemacht, also las ich zu Hause den Beipackzettel doch! Dort wurde von Muskelbeschwerden und Schmerzen in den Beinen berichtet, so dass ich beschloss, das Medikament nicht zu nehmen.

Laut des Doktors Aussage würde eine Ernährungsumstellung allein nichts nutzen. Ich entschied mich, diese trotzdem auszuprobieren. Wir begannen mit vegetarischer, fettarmer Ernährung, und mein Mann war begeistert mit bei der Sache. Zumal eine Gewichtsabnahme sich als Nebenwirkung ergab.

Dennoch kamen mir immer wieder Gedanken. Warum hat ein Arzt heute keine Zeit mehr, den Patienten richtig aufzuklären? Nach Alternativen zu suchen? Sich Zeit für den "Menschen" zu nehmen, der nicht nur aus dem Organ "Leber" besteht.

Als ich mich zu der verordneten Medizin im Besonderen und zum Thema im Allgemeinen dazu im Internet belas, klickte ich mich durch Kilometer von Internetseiten. Immer tiefer gelang ich in den Themenbereich, so dass mir am Ende ganz schusselig im Kopf wurde. Ich hatte viel über mein Problem gefunden; wenn auch zu viel, was ich nicht verstand oder nicht umsetzen konnte.

Also verzog ich mich in mein Inneres und träumte mich in ein Land, das ich mir sooo sehr wünschte …

Dort bekam ich Betreuung, die meinem Körper und meiner Seele gut tat. Engel und andere Helfer waren um mich, ich war wichtig, wurde ernst genommen. Tabletten waren unbekannt. Händeauflegen, Streicheleinheiten, leiser Zuspruch, Heilkräfte aus der Natur waren die "Medizin". Zum Essen gab es nur gesunde Lebensmittel, die überall wuchsen. Gleichzeitig gab es genügend Aufklärung über Zusammenhänge im Körper. Um kranke Patienten wurde sich so lange gekümmert, bis diese wieder springlebendig in den Alltag, ins Leben entlassen werden wollten.

Wie sehr ich mir solche Behandlungsmethoden wünschte, wurde mir nach dem Arztbesuch erneut bewusst.

***

Gestern bekam ich eine erneute Schmerzattacke. Diese Art von Schmerzen kannte ich zwar, konnte sie jedoch kaum aushalten. Auch hier quälten mich, neben den akuten Schmerzen, wie immer Fragen um Zusammenhänge. Ich wusste, dass meine Wirbelsäule nicht mehr im Lot ist, dadurch Veränderungen im gesamten Körper passiert waren.

Meine Krankengymnastin arbeitet ganzheitlich, klärt mich auch häufig über Zusammenhänge auf. Aber in 20 Minuten kann natürlich meinem Körper nicht viel Gutes passieren.

Wieder entwickelte sich der Wunsch in mir nach meinem Traumland …

Schmerztabletten waren unbekannt. Fremdartige Wurzeln und Kräuter wurden als Tropfen und Tinkturen auf die schmerzende Stelle aufgetragen. Da die Sonne immer schien, war genügend Sonnenenergie vorhanden, um sie als natürliche Bestrahlungswärme zu verwenden. Eine heilsame Wirkung, die einen gesunden Ruheschlaf förderte.

Es gab verschiedene Arten von Anwendungen: Leichte Massagen, Ganzkörperbehandlungen, die mich fast in Trance versetzten, Schmerz vergessen ließen. Pflichten konnte ich hier vergessen, ich durfte ganz "bei mir" sein. Meine Schlafstätte war engelbeschützt, nachtigallenmusikuntermalt, Mond und Sterne unterstützten meine regenbogenfarbenen Träume.

Ungern verabschiedete ich mich von meinem Traum, wusste aber, ich durfte immer in das Land zurückkehren, in dem es mir so gut ging.

Fantasia ….

 

 

(06. August 2005)
© Karin Ernst