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Impressionen eines Junimorgens
Einigermaßen erholt erwache ich aus nur einmal unterbrochenem Schlaf. Ich recke und strecke mich genüsslich und lausche einen Moment lang den fröhlichen Vogelstimmen, die durch die halb geöffnete Balkontür hereindringen. Du bist schon auf, so dass auch mich nun nichts mehr im Bett hält. Wir begrüßen uns lächelnd mit einem Kuss und freuen uns auf das gemeinsame Wochenende. Auf dem Balkon atme ich tief erfrischend reine Morgenluft und lasse meine Augen schweifen. Der erste Blick morgens in die Natur und zum Himmel vertreibt auch heute letzte Müdigkeit, lässt mich Kraft tanken für einen neuen Tag. Noch haben Gänseblümchen
und Butterblumen auf dem nachttaubenetzten Rasen die Köpfchen geschlossen.
Der Garten liegt im Schatten, nur ein vorwitziger Sonnenstrahl bescheint
bereits einen Ast einer hohen Lärche, auf dem ein Amselpärchen
still die Wärme Hellblauer Himmel, mit harmlosen Quellwolken verziert, verspricht einen Sommertag, wie wir ihn seit langem erträumt haben. Aus einer Restpfütze auf der Abdeckplane eines seit Jahren unbenutzten Sandkastens stillt ein Spatz nippend seinen Durst. Ein Taubenpaar trifft sich auf einem Kieferzweig, sitzt schnäbelnd nah beieinander. Eine Blaumeise hängt kopfüber an einem Zapfen des gleichen Baumes, während andere ihrer Gattung fröhlich umher fliegen. Auf dem Rasen hüpfen Amseln und Spatzen auf Futtersuche. Hoch über den Baumwipfeln kreisen zwei Elstern, während es sich auf der Fernsehantenne des gegenüberliegenden Hauses ein Eichelhäher bequem gemacht hat, von der aus eine Amsel ihr herrliches Ständchen verlauten lässt. Langsam macht sich die Sonne immer weiter auf den Weg, uns den Tag zu verschönen. Du nimmst meine Hand, und mit diesen wunderbaren Impressionen eines erwachenden Junisamstagmorgens freuen wir uns jetzt auf das gemeinsame Frühstück.
(18. Juni 2005)
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