|
Innere Unruhe Ich mag nicht gerne warten. Was für andere bestimmt nachvollziehbar ist. Nicht auf den Postwagen, der ein Paket bringen soll. Nicht auf einen Handwerker, der irgendwann am Vormittag zwischen 8 und 13 Uhr angekündigt ist, und auch nicht in einem Wartezimmer. Oder auf einen Anruf. Heute erhoffe ich Besuch, der spontan passieren kann. Nichts Genaues ist abgesprochen. Ich rufe an, der AB läuft, ich spreche drauf - wenn auch ungern *grrrr*. Kein Rückruf erreicht mich. Auf die Antwort auf meine Morgenmail warte ich immer noch. Kein Zeichen, ob der Besuch nun kommt. Ich laufe von einem Zimmer ins andere, schaue aus dem Fenster, nicht viel los draußen. Sonntagsautofahrer rasen, haben selbst heute keine Zeit. Ich setze mich wieder an den Computer, beantworte eine Mail. Brühe mir einen weiteren Tee auf (den wievielten heute?). WARTEN! Immer noch keine Nachricht. Wie gerne möchte ich rausgehen. Doch sehe ich, dass die Sonne sich schon wieder verzieht, es bewölkt sich. Nein, Regen brauche ich heute nicht. Dann bleibe ich eben drin. Falls der Besuch nicht kommt, mit dem ich etwas unternehmen könnte. Es kommt eine Mail, nicht die erwartete. Ich hole mir mein Mittagessen aus dem Kühlschrank, ein Müslijoghurt. Hab keinen Appetit, und meinem Bäuchlein kann es auch nicht schaden, ein bisschen seiner Rundlichkeit zu verlieren. Ich nehme das Mobiltelefon, schaue es blöd an, nichts drauf. Hätte ja sein können, dass ich das Klingeln nicht gehört habe. Mistapparat! Ich könnte ihn aus dem Fenster werfen. Nun hole ich mir ein Buch, lese neben dem Computer, anstatt es mir auf der Couch im Wohnzimmer gemütlich zu machen. Möchte den Maileingang oder den Anruf nicht verpassen. Das Telefon steht im Arbeitszimmer neben dem PC, ich müsste von der Couch aufstehen, ins andere Zimmer latschen so ist es besser. Also kann ich nur hoffen, lesen und weiter warten. Plötzlich klingelt der Email-Eingang meines Computers, ich schaue interessiert drauf. Die Benachrichtigung über einen neuen Gästebucheintrag ist angekommen. Ich klicke mich zu meiner Homepage, lese sehr freundliche Worte und kann lächeln. Nun wird mir das Warten sicherlich nicht mehr so schwer fallen
(30. März 2008)
|