Irgendetwas juckt sie an der Nase.
"Das kitzelt", sagt sie lächelnd.
Zärtlich streicht eine Hand ihr das Haar aus dem Gesicht, klemmt es hinter die Ohren. Eine leise Stimme flüstert: "Pscht, nicht bewegen."

Viele kleine Küsse, zart, wie hingehaucht, benetzen ihr Gesicht, ihren Halsansatz. Sie räkelt sich voller Wonne, hält die Augen geschlossen.

Zwei starke, aber samtweiche Hände streicheln langsam ihre Arme empor, krabbeln in die Ärmel bis zum Halsausschnitt ihres T-Shirts. Kleine Schweißperlen glitzern auf ihrer Stirn. Ihr Atem wird schneller.

Fingerkuppen zeichnen, wie mit einer Feder, ihre weichen Lippen nach, die sich leicht öffnen. Sie wälzt ihren Kopf hin und her. Wie in Zeitlupe wird nun ihr T-Shirt vom unteren Saum hochgeschoben. Eine Hand ruht auf der Wölbung ihres Bauches und begibt sich langsam suchend auf den Weg nach oben.

Ihr entfährt ein leises Stöhnen.

Als er sie endlich küsst, verstärkt sein Bart den Reiz. Ihr Herz klopft, nachdem er ihren Mund frei gibt. Ihr Stöhnen wird lauter ...

Unsanft wird sie gerüttelt.
"Was ist? Hast du Schmerzen? Ich bin wach geworden, weil du so stöhnst."
Schmerzen? Nein, ihr tut nichts weh.
Irritiert flüstert sie: "Mach doch weiter."

Doch ihr Mann hat sich bereits auf die andere Seite gedreht und schläft weiter.

Als sie ihm am nächsten Morgen am Frühstückstisch gegenüber sitzt, errötet sie.

Er trägt gar keinen Bart ...


© Karin Ernst