Loslassen tut weh! Vorhin sagte eine Bedienung in meinem Lieblingskaffeeshop: "Sie sind ein so nettes Paar, das sieht man in Ihrem Alter selten. Wo ist ER denn heute?" Ich schluckte heftig, und obwohl den Tränen nahe, lächelte ich tapfer, die Antwort verschweigend. Denn endlich habe ich eingesehen, dass ich loslassen muss! Mehrmalige Trennung > Versöhnung > Neubeginn > zu viel Nähe > Trennung zehrt an der Gesundheit. Waren wir beide auch immer wieder der Meinung, wir könnten es schaffen, wurde dir meine Nähe zu eng. Du musstest fliehen, weil du dich nicht äußern konntest! Unsere Beziehung war vielen Belastungsproben ausgesetzt. Und hofften wir in "guten" Stunden auch, den Himmel zu erstürmen, landeten wir doch immer wieder hart auf dem Boden der Tatsachen. War unsere Liebe auch etwas besonders Kostbares, das es zu schützen galt, warst du nicht bereit, dich zu öffnen, lehntest Hilfe ab. Ich hielt fest, teilte die jeweiligen "Phasen" mit dir, hoffte auf ein Wunder. J e t z t verstehe ich die Entgültigkeit deiner Entscheidung. Überlege allerdings einen anderen Weg, den wir hätten gehen können - bei beiderseits gutem Willen. Dieses Ausprobieren hätte ich uns gewünscht. Dein diesmaliges "Nein" lässt mich begreifen, endlich klar zu sehen, dass ich dich nun gehen lassen muss. Wir konnten plötzlich in ruhigem Einklang (na ja!) miteinander reden, versprachen uns gegenseitiges Ernstnehmen der Situation, um unser Leben neu zu ordnen, damit jeder nun seinen eigenen Weg gehen, zur Ruhe kommen kann. Ist dieser Entschluss auch schwer zu akzeptieren, und schmerzt mein Herz (sicher auch deines) heftig, weiß ich, nur so können wir - wenn wir uns durch Zufall irgendwann treffen sollten - mit innerer Gelassenheit einen Kaffee miteinander trinken und vielleicht locker plaudern. Schicksal, du hast uns zusammengebracht! Hilf mir, bitte, auch jetzt, dass ich es schaffe loszulassen!
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