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Den Blumenstrauß, den ich mir damals kaufen wollte, habe ich bisher nicht besorgt, niemand hat ihn mir geschenkt. Also nahm ich mir fest vor, ihn mir selbst zu schenken. Lang, lang ist her, als ich zum letzten Mal einen Strauß meiner Lieblingsblumen auf dem Tisch stehen hatte. Bestehend aus Freesien, Ranunkeln und Anemonen. Viele Blumen duften so stark, dass es meiner chronischen Bronchitis nicht bekommt. Dennoch habe ich den zarten Geruch von Freesien immer noch in meiner Nase. In der Nähe gab es zwei Blumengeschäfte. In dem ersten bedauerte man es, doch Anemonen hätten sie nicht. "Können Sie vielleicht welche besorgen? Es hat durchaus keine Eile." Nein, für nur einen Strauß wäre das leider nicht möglich. Lächelnder Abschiedsgruß. Dann eben nicht! In dem zweiten Laden stand vor der Tür ein kleiner Eimer mit Freesien. Allerdings sahen die so aus, als stünden sie bereits mehrere Tage dort. Dennoch betrat ich den Laden, fragte nach den weiteren zwei Sorten. Freesien wären vorhanden, antwortete die Bedienung, ging sofort hinaus, um den gesamten Außenstrauß hereinzuholen. Allerdings bedauerte sie, weder Anemonen noch Ranunkeln besorgen zu können. Plötzlich bot sie mir jedoch ein Töpfchen mit kleinen Ranunkeln in Erde an. Daraufhin bedauerte ich Gut! Es sollte heute also nicht sein, denn um weitere Blumenläden abzuklappern, hätte ich erneut mit Bus und Bahn fahren müssen. Ich vertagte meinen Entschluss. Gestern musste ich zum Hausarzt. Als ich aus dem Bus stieg, freute ich mich sofort. Ich erinnerte mich an mein Blumenvorhaben und wusste um die Ecke ein weiteres Blumengeschäft. Nachdem ich die Praxis verließ, lief ich schnurstracks dorthin. "Haben Sie ?" Eine sehr freundliche Bedienung schaute sich prüfend im Laden um. Eine Sorte fehlte. "Es ist aber kein Problem. Wenn Sie es nicht eilig haben, besorge ich Anemonen. Genügt es bis morgen?" Natürlich genügte es mir, und wir freuten uns beide! Sie notierte die Bestellung, erbat meine Farbvorstellungen, nannte mir einen (annehmbaren) Preis und bestärkte mich darin, dass "frau" sich durchaus ab und zu selbst Blumen schenken sollte. Wenn es da niemanden gab, von dem oder der sie einen Strauß erhoffen könnte. Zufrieden verließ ich den Laden, in Vorfreude auf morgen. Morgen ist heute. Nach dem Aufstehen bin ich sogar ein bisschen aufgeregt, weil ich nun endlich "meinen" Lieblingsblumenstrauß bekommen werde, den ich mir schon vor einem Jahr kaufen wollte. Als ich das Blumenlädchen betrete, steht er schon in Sichtweite abholbereit. Alle drei Sorten sind frisch, und der Duft der Freesien ist meiner Nase noch genauso vertraut wie vor vielen Jahren. Zuhause hole ich eine passende Glasvase aus dem Schrank, drapiere den Strauß liebevoll in frisches Wasser. Allerdings tausche ich die Tischdecke auf dem Wohnzimmertisch in eine gelbe aus. Orange passt nicht so gut zu Gelb und Blau. "Mein" Strauß ziert den Raum wirklich ungemein. Das Gesamtbild gefällt mir so gut, dass ich sofort meine Digitalkamera hole. Sind es nicht diese kleinen Freuden, die einen Tag verschönern können? Ich werde versuchen, hin und wieder daran zu denken. Dabei fällt mir ein, zwischen den Blumenvasen steht auch eine hohe aus Glas. Für eine einzelne Rose
(03. April 2008)
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