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Verschwinde, Angst!
Ja, ich gebe zu, ich habe Angst! Lasse jedoch aufkommende Panik nicht zu. Es geht weiter - immer. Schon mehrfach in meinem Leben habe ich Kraft bekommen, Kraft um zu kämpfen, damit ich wieder auf die Beine komme. Soll es dieses Mal nicht ebenso sein? Ich bin stark (sagen andere!), wenn ich diesen Satz auch nicht mehr hören kann. Denn immer aufrecht zu gehen, ist schwer Anderen geht's noch schlechter als mir > diesen Hinweis erhielt ich mehrfach. Das sage ich mir auch manchmal, doch kann ich das nicht immer anwenden. Energie kann ich momentan nicht verschwenden, brauche sie für mich selbst. Wenn's vielleicht auch ein bisschen egoistisch klingt. Natürlich weiß ich, wie viel Elend es auf der Welt gibt. Sehe vieles, wenn ich mich schon in der Umgebung umschaue Möchte gerne helfen, schicksalsverbunden sein. Doch brauche ich momentan meine Kraft auch dazu, die Angst zu verscheuchen. Dem, was mich erwartet, möchte ich positiv begegnen können, auf ein gutes Ergebnis hoffen. Das berühmte Licht am Ende des Tunnels ich habe einen kleinen Einblick bekommen. Als ich vor kurzem in der Kernspintomographie-Röhre lag, hatte ich einen Kopfhörer auf. Die klassische Musik sollte die hässlichen Klopfgeräusche übertönen. Noch unruhig wurde ich vorgeschoben, hielt den Notfallknopf fest umschlossen. Bald wusste ich, ich brauche den Knopf nicht zu drücken. Fühlte mich entspannt. Denn das erste Musikstück, das ich hörte, war tatsächlich mein Lieblingsstück. Ich hörte das Klarinettenkonzert von Mozart. Zauberhafte Beruhigung trat ein. Zuerst dachte ich, ich bin doch nicht auf meiner Beerdigung. Doch dann ließ ich die Prozedur völlig entspannt über mich ergehen. Nachdem ich fertig war, wunderte sich die Helferin, dass ich lächelte. Ich erzählte ihr von dem kleinen "Wunder", das mir widerfahren war, und sie freute sich mit mir. Später erfuhr ich, dass diese nette Helferin ihrer Kollegin den Auftrag erteilt hat, die gleiche Musik für mich aufzulegen, wenn ich ein zweites MRT über mich ergehen lassen muss Dieses Erlebnis gehört zu den kleinen Lichtblicken, die hilfreich sind, meine Angst zu besiegen. Auch gibt es da noch eine Hand, die mich durch diese schwere Zeit begleitet. Und manche Trost spendenden und Mut machenden Mails und Telefonate. Ich werde weiterkämpfen und spüre tief in meinem Inneren, ich kann es schaffen. Also fort mit der Angst, her mit positiven Gedanken für die Zukunft!
(19. Juli 2008)
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